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Eine kurze Autostrecke westlich vom Alten Land wartet die Ostemarsch mit
idealen Böden für den Obstanbau auf. Eckart Brandt hat sich hier dem
Sammeln und Vermehren alter Obstsorten verschrieben – mit weisem Blick in
die Zukunft.
Text:
Günter Ned | Fotos: Martin Bäuml, Judith Bernhard Mit alten Apfelsorten dem Klimawandel
begegnen? Nichts einleuchtender
als das, man braucht sich nur lang genug
mit Eckart Brandt zu unterhalten.
Er hat sie zur Passion seines Lebens gemacht,
den Altländer Jakobsapfel, den
Vierländer Winterprinz, die Perle von
Bützfleth, den Grünen und Roten Calviner
und all die andere historischen Sorten
von der Niederelbe – viele von ihnen
wurden durch sein Boomgarden-Projekt
(www.boomgarden.de) wiederentdeckt
und neu vermehrt. Als Bio-Obstbauer
selbstständig gemacht hat sich der studierte
Historiker, Germanist und Anglist
vor 25 Jahren. Die Apfelplantage von damals
mit Boskoopbäumen, die 1935 gepflanzt
wurden, bewirtschaftet er heute
noch, inzwischen hat er dort auch ein
Quartier mit Jungbäumen aufgepflanzt,
andere Flächen sind dazu gekommen.
Überall bewahrt und vermehrt er alte
Sorten. Dass sie sein Lebensthema werden
würden, wurde ihm zwei Jahre nach
dem Start klar – und dann begann er zu
sammeln.
„Ich dachte, wenn ich den
hiesigen Sorten nachgehen will, na, so
ein, zwei Dutzend werden das wohl sein.
Ich hatte da am Anfang sechs Hektar gepachtet
und da waren anderthalb Hektar
schon mal gerodeter Apfelhof, da konnte
ich neue Bäume pflanzen. Die alten Boskoop
hab ich natürlich stehen lassen.“
Er wollte von jeder Sorte so an die zehn
Bäume hochziehen, dann würde er nachher
auch was zu verkaufen haben, „und
dann stellte sich heraus, dass das nicht
ein, zwei Dutzend waren, sondern dass
man so einen Faden zu fassen bekam, da
konnte man immer weiter ziehen.“
Es sprach sich rum, dass da einer sammelt,
„die alten Leute kamen aus der Gegend,
und boten mir ihre alten Apfelsorten
an“, die Presse wurde aufmerksam,
„und dann war die Lawine los.“ Dutzendweise
kamen nun die Anrufe, „und ich
hab alles abgeklappert, jede neue Sorte
veredelt. Da war ein über 80-jähriger Baumschuler in der Nähe von Elmshorn,
von dem hab ich das meiste geholt, der
sagte, er hätte über 700 Sorten.“ |