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Charlotte, Designerin für Haute-Couture-Mode, hat Trödelläden und
Flohmärkte abgeklappert, alte Familienstücke neu aufgelegt und in Szene
und Farbe gesetzt. Scharlachrot und Himbeertöne in unterschiedlichen
Nuancen ziehen sich wie ein „roter Faden“ durch die Einrichtung und sorgen
für eine reizvolle Inszenierung des hellen Grau der ursprünglichen
Holzverkleidung. Diese diente als Ausgangspunkt der Innenausstattung, als
grundlegendes Deko-Element, das den offenen Kamin des Hauses umrahmt und
im großen Raum ganz klar den Ton angibt. „Ich wollte Licht. Die rote Farbe
belebt das Grau und verleiht ihm mehr Tiefe“, erklärt sie. Mit der antiken
Kommode, die sie bei einem befreundeten Raumausstatter auf Mallorca
gekauft hat, hält sie farblich den Kurs. Sie hat sie mit kräftigen
Pinselstrichen abgetönt und diese anschließend mit unterschiedlichen
Rosé-Tönen gemischt. Zwei Sessel hat sie mit gestreiften Baumwollstoffen
bezogen, auf die sie zufällig während ihrer Reisen auf Flohmärkten oder in
Trödelläden stieß, sie hat Kissen neu bestickt und Patchworkdecken für die
Schlafzimmer der Kinder genäht. „Ich wollte ein zeitloses Dekor schaffen“,
sagt sie, „und ich wollte unsere Gefühle und die Gegenstände, die uns seit
langem am Herzen liegen, miteinander verbinden. Das war ein bisschen wie
ein Spiel für mich.“
Charlotte lächelt, während sie uns erzählt, wie sie
damals das Haus eingerichtet hat. Auf eine ganz einzigartige Weise vermag
sie es, Eleganz, Humor und Lebenslust miteinander zu verbinden. Fast ohne
es selbst zu bemerken, bringt sie dies in ihrer Einrichtung deutlich zum
Ausdruck. Freunde und Verwandte lassen sich hier inspirieren, holen sich
bei ihr Rat. Sie sagt dazu lachend: „Ich bin durch das Schneiderhandwerk
geprägt. Ich kann gar nicht anders! Dieser Wille zur Verschönerung lässt
mir einfach keine Ruhe!“ Ihre „Farbpalette“ finden wir schließlich auch im
Garten wieder, in dem sie wunderschöne Pfingstrosen, Heidekraut und
historische Rosen züchtet.
Die Einrichtungsstrategie von Alexandre und Charlotte wird nicht sofort
offenbar, und doch stellt man bei einem Rundgang durch ihre „Villa Mona“
fest, dass es die Harmonie der Farben und der Materialien ist, die hier
die Hauptrolle spielt. Und hierin liegt wohl die Kunst: einen Ort zu
schaffen, an dem man das Angenehme kaum merklich spürt. Fest steht, dass
man es sich hier gut gehen lässt. In diesem Haus verbringen die beiden
schöne Momente der Zweisamkeit, genießen sie gemeinsam mit Freunden
typische Gerichte, die nach Salz und Meer duften, hier tauscht man Rezepte
aus, wie man die „Bonnotte“ (auf der Insel angebaute Kartoffelsorte) am
köstlichsten zubereitet, in geselliger Runde wird von den aktuellen
Ergebnissen der letzten Regatta oder der Ausbeute des letzten Fangs auf
hoher See erzählt. Freunde, die Charlotte und Alexandre besuchen, haben
stets gute Laune im Gepäck und hin und wieder auch ein kleines, hübsches
Mitbringsel: ein Fischernetz, eine kleine Karaffe, eine Schüssel, ein
Eimer ... sehr hübsch anzusehen und natürlich immer ... rot!
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