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COUNTRY STYLE Heft 44

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Mai 2008

Noirmoutier - ein Haus in Rot
Auf Frachtschiffen hisst man die rote Fahne, damit es beim Transport von Gefahrgütern nicht zu Kollisionen mit anderen Schiffen kommt. Im Haus von Charlotte und Alexandre sorgt die Farbe Rot für das richtige Urlaubsgefühl und maritimes Flair!

Design von Monique Duveau Text von Pascale de La Cocochetière Fotos von Jean-Marc Palisse (Côté Ouest)
 

Alexandre ist ein echtes Kind der Insel. Als er noch klein war, rannte und sprang er am liebsten durch die Dünen der Atlantikinsel Noirmoutier. Bis heute liebt er den Duft der Mimosen, die Sonne, die die weiß gekalkten Häuser in helles Licht taucht, den kleinen Hafen Port de Morin mit den vielen bunten Schifferbötchen, die Fischerei, die Seeleute, kurzum alles, was diese Insel ausmacht. Hier ist seit jeher „sein Platz“, der Ort, an dem er sich zu Hause fühlt. Mit weicher Stimme erzählt uns Charlotte, wie sie beide – als frisch verheiratetes Paar – einmal diesen Weg durch Pinienwälder am Strand entlang gegangen sind, und dass Sie am Ende des Weges, „am Ende der Welt“, dieses große bewaldete Grundstück mit Strandkiefern und Erdbeerbäumen und inmitten dieses Grundstücks das verlassene langgezogene Haus aus dem 19. Jahrhundert entdeckt haben. Und wie sie ihr Herz daran verloren haben: „Wir waren uns ganz sicher: hier gehören wir hin!“ Alexandre, der sich sehr für Architektur interessiert, hat die Räume und die Wirkung des Tageslichts, das durch die Fenster mit dem geradlinigen, geradezu grafisch anmutenden schwarzen Rahmen fällt, neu interpretiert.

Charlotte, Designerin für Haute-Couture-Mode, hat Trödelläden und Flohmärkte abgeklappert, alte Familienstücke neu aufgelegt und in Szene und Farbe gesetzt. Scharlachrot und Himbeertöne in unterschiedlichen Nuancen ziehen sich wie ein „roter Faden“ durch die Einrichtung und sorgen für eine reizvolle Inszenierung des hellen Grau der ursprünglichen Holzverkleidung. Diese diente als Ausgangspunkt der Innenausstattung, als grundlegendes Deko-Element, das den offenen Kamin des Hauses umrahmt und im großen Raum ganz klar den Ton angibt. „Ich wollte Licht. Die rote Farbe belebt das Grau und verleiht ihm mehr Tiefe“, erklärt sie. Mit der antiken Kommode, die sie bei einem befreundeten Raumausstatter auf Mallorca gekauft hat, hält sie farblich den Kurs. Sie hat sie mit kräftigen Pinselstrichen abgetönt und diese anschließend mit unterschiedlichen Rosé-Tönen gemischt. Zwei Sessel hat sie mit gestreiften Baumwollstoffen bezogen, auf die sie zufällig während ihrer Reisen auf Flohmärkten oder in Trödelläden stieß, sie hat Kissen neu bestickt und Patchworkdecken für die Schlafzimmer der Kinder genäht. „Ich wollte ein zeitloses Dekor schaffen“, sagt sie, „und ich wollte unsere Gefühle und die Gegenstände, die uns seit langem am Herzen liegen, miteinander verbinden. Das war ein bisschen wie ein Spiel für mich.“

Charlotte lächelt, während sie uns erzählt, wie sie damals das Haus eingerichtet hat. Auf eine ganz einzigartige Weise vermag sie es, Eleganz, Humor und Lebenslust miteinander zu verbinden. Fast ohne es selbst zu bemerken, bringt sie dies in ihrer Einrichtung deutlich zum Ausdruck. Freunde und Verwandte lassen sich hier inspirieren, holen sich bei ihr Rat. Sie sagt dazu lachend: „Ich bin durch das Schneiderhandwerk geprägt. Ich kann gar nicht anders! Dieser Wille zur Verschönerung lässt mir einfach keine Ruhe!“ Ihre „Farbpalette“ finden wir schließlich auch im Garten wieder, in dem sie wunderschöne Pfingstrosen, Heidekraut und historische Rosen züchtet.

Die Einrichtungsstrategie von Alexandre und Charlotte wird nicht sofort offenbar, und doch stellt man bei einem Rundgang durch ihre „Villa Mona“ fest, dass es die Harmonie der Farben und der Materialien ist, die hier die Hauptrolle spielt. Und hierin liegt wohl die Kunst: einen Ort zu schaffen, an dem man das Angenehme kaum merklich spürt. Fest steht, dass man es sich hier gut gehen lässt. In diesem Haus verbringen die beiden schöne Momente der Zweisamkeit, genießen sie gemeinsam mit Freunden typische Gerichte, die nach Salz und Meer duften, hier tauscht man Rezepte aus, wie man die „Bonnotte“ (auf der Insel angebaute Kartoffelsorte) am köstlichsten zubereitet, in geselliger Runde wird von den aktuellen Ergebnissen der letzten Regatta oder der Ausbeute des letzten Fangs auf hoher See erzählt. Freunde, die Charlotte und Alexandre besuchen, haben stets gute Laune im Gepäck und hin und wieder auch ein kleines, hübsches Mitbringsel: ein Fischernetz, eine kleine Karaffe, eine Schüssel, ein Eimer ... sehr hübsch anzusehen und natürlich immer ... rot!
 

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