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WIE EIN
SCHWALBENNEST mit atemberaubendem Blick auf die Berge schwebt das
130 Jahre alte Chalet von Jacki Shingles hoch über schneebedeckten
Wiesen und scheint aus einem Märchen der Gebrüder Grimm zu
stammen. Freunde, die das Chalet besuchen, sagen, dass es an
Hänsel und Gretel erinnert. Jacki räumt ein: "Ich habe oft das
Gefühl, in ein Märchen einzutauchen oder ein Filmset zu betreten,
auf dem die Familie von Trapp plötzlich auftauchen wird." Es war
diese Mischung aus Romantik und Ehrfurcht gebietender Gebirgslage,
die dieses Heim in den Bergen für sie von Anfang an so anziehend
machte. Sie sagt: "Es ist einfach der perfekte Rückzugsort und der
Rundumblick auf die Dents du Midi gegenüber und das Tal dahinter
ist unbeschreiblich beeindruckend. Mit dem aus dem Tal
aufsteigenden Nebel, Sonnenuntergängen, die die Ränder der Wolken
orange färben und dem rosafarbenen Himmel der Morgendämmerung ist
der Ausblick nie der gleiche. Man wird es nie satt, aus dem
Fenster zu schauen."
Ursprünglich kaufte sie das Chalet als Urlaubsunterkunft, als ihre
beiden Söhne Jamie und Johnny erst acht bzw. sechs Jahre alt
waren. Ihr Ehemann arbeitete in Genf und die Familie brauchte eine
Wohnung in der Nähe. "Damals war es für Ausländer recht schwierig,
Wohneigentum in der Schweiz zu erwerben", erklärt Jacki. "Wir
hatten unglaubliches Glück, denn ein Freund, der gerade ein Chalet
in einem benachbarten Dorf gekauft hatte, stellte uns den
Besitzern dieses Chalets vor, die - wie es der Zufall wollte -
Niederländer waren. Dank der Freundschaft mit dem Bürgermeister
des Ortes konnte der Kauf abgeschlossen werden."
"Die vorhergehenden Eigentümer hatten das Haus als Sommercamp
genutzt, es war also überhaupt nicht modernisiert worden -
wirklich recht primitiv. Säcke an den Fenstern hielten die Kälte
ab. In den Korridoren stapelten sich die Matratzen und zahlreiche
rustikale Möbelstücke standen vergessen herum.
Ich mochte das Chaos
und Durcheinander, denn dadurch, dass kaum etwas erneuert worden
war, befand sich das Haus fast noch in seinem Originalzustand. Es
war nicht verschandelt worden." Jacki erklärt, dass das Chalet
ursprünglich als traditionelles Bauernhaus gestaltet und wie viele
Schweizer Bergchalets in Stufenform in den Fels hinein gebaut
worden war, so dass fast jedes Zimmer einen spektakulären Ausblick
genießt. Der Balkon auf der oberen Etage erstreckt sich über die
gesamte Breite des Hauses und verfügt über eine dekorative
Balustrade - ein typisches Merkmal der Schweizer
Chaletarchitektur. |