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"Natürlich
wäre mir ein Schloss lieber." Dieser von Martina Pfeiffer eher
etwas ungeduldig hingeworfene Satz während eines Gespräches bei
ihrer Hausbank sollte für die erfolgreiche Geschäftsfrau ungeahnte
Konsequenzen haben. Entnervt von der Suche nach einem geeigneten
Wohnhaus, das sie zum Teil auch gewerblich nutzen könnte, hatte
sie sich für ein Objekt entschieden, das zwar nicht ganz ihren
Vorstellungen entsprach, aber von den unzähligen Häusern, die sie
bis dahin besichtigt hatte, ihnen noch am nächsten kam. Während
des Finanzierungsgespräches versuchte der Immobilienexperte ihr
das Objekt auszureden. Nicht wegen de Finanzierung, sondern weil
er Martin; Pfeiffer seit vielen Jahren kannte und genau wusste,
dass das Objekt nicht zu ihr passen würde. Und dann kam er, der
"verhängnisvolle" Satz, der nicht nur ihr berufliches, sondern
auch ihr privates Leber völlig umkrempeln sollte: "Natürlich wäre
mir ein Schloss lieber." Und wie der Zufall im Leben so spielt,
hatte die Bank gerade die Immobilie Schloss Weikertsham angeboten
bekommen.
Das historische Schloss aus dem 16. Jahrhundert stand bereits seil
den 60er Jahren leer, doch der Besitzer hatte sich trotz
zahlreicher Interessenten über Jahrzehnte hin geweigert, das
Baudenkmal zu verkaufen. Erst als das Denkmalamt verstärkt Druck
ausgeübt hatte, bot er das Schloss zum Verkauf an. Und so kam es,
dass Martina Pfeiffers Gesprächspartner die Schloss-Unterlagen
hervorzaubern konnte. Von Martina Pfeiffer zunächst als spinnerte
Idee abgetan, denn als Wasserburgerin war ihr die Bauruine auf dem
östlichen Innhochufer wohl bekannt, ließ sie die Idee zur Rettung
des Schlosses nicht mehr los. Auf den Spuren der Geschichte des
Denkmals erkannte sie sehr bald dessen kulturhistorische
Bedeutung. [...]
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