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COUNTRY-STYLE Heft 29

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August 2004



Nachdem sich Norbert Nienhaus vor einigen Jahren aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet hatte, machte er kurzentschlossen seine Leidenschaft für Fachwerkhäuser zum Beruf. Sein Meisterstück: ein alter Münsterländer Hof aus dem Jahre 1778. Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass Nienhaus in Rheinberg - direkt neben der alten Drießener Mühle - einen idealen Standort für sein Traumhaus gefunden hat. Nach aufwändiger Restaurierung präsentiert sich das nostalgische Doppel am Niederrhein schöner denn je.

Ein Bericht von Peter Unger (Text) und Martin Bäuml (Fotos)

Das ehemalige Bauernhaus in Ständerbauweise bietet heute einer sympathischen sechsköpfigen Familie - inklusive der beiden Boxer Paul (8 Jahre] und Smokey (8 Monate) - ein neues Zuhause. Typisch für das über zweihundert Jahre alte „Niederdeutsche Hallenhaus" ist eine große Deele (auch Fleet genannt), die sich je nach Größe bei allen Varianten (Zwei-, Drei- und Vierständerbau) wiederfindet, Vorläufer dieser Gerüstbauten waren einfache Hütten und Pfostenbauten. Die Nachteile des Pfostenbaus - Fäulnisbildung an den eingegrabenen Pfosten - führten zur Entwicklung des Standerbaus. Die tragenden Stützen stehen auf Fundamentsteinen oder untermauerten Hörschwellen und sind nicht mehr im Boden verlieft. Erst im 15. Jahrhundert wird es allgemein üblich, die Ständer auf durchgehende Schwellen zu setzen und diese durch ein Fundament gegen Feuchtigkeit zu schützen - wie beim fast zweihundert Jahre alten Fachwerkhaus der Familie Nienhaus. Heute liegen die Balken wieder auf einer Natursteinmauer, auf einem historischen Sandsteinsockel aus der Ibenbürener Region, der allerdings bei der Restaurierung und vor der Ausfachung mit einer horizontalen Feuchtigkeitssperre versehen wurde.

„Ein traditionelles Zweiständerhaus besteht aus zwei senkrechten Ständern, über denen ein mächtiger Balken liegt“, erklärt der Hausherr. In der Mitte entsteht so eine große Tenne, an deren Seiten sich einst Stallungen für Kühe, Pferde und Schweine befanden. Das Obergeschoss diente den Bauern als Lagerstätte für Heu, die niedrigen Kammern über den Stallungen, die so genannten Upkamern, wurden von Knechten und Mägden bewohnt - heute Räumlichkeiten für die beiden Töchter Sandra (23) und Nicole (21). Auch die Eltern haben in diesem Teil des Hauses ihr Schlafzimmer mit angrenzendem Bad. Um das Fachwerk sanieren zu können, wurde das ursprüngliche Gebäude aus dein Münsterland zunächst völlig entkernt, zurückgebaut und neu abgebunden, bevor es in Rheinberg wieder errichtet werden konnte. [...]
 

TIPPS & INFOS

Europas größtes Museumsdorf für Fachwerkhäuser ist übrigens in Cloppenburg. Noch mehr über das Leben im Fachwerkhaus erfahren Interessenten auch in anderen Museumsdörfern - etwa in Detmold, Grefrath, Hagen oder Kommern (Eifel) mit einem typischen niederrheinischen Dorf. Weitere Tipps und Infos liefert folgende Homepage: www.fachwerkkotten.de.

Der wiederaufgebaute Münsterländer Hof gibt zusammen mit der alten Drießener Mühle ein außergewöhnliches Ensemble. Die vollständige Homestorie über das Nostalgische Ensemble  finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Country Style Magazins, erhältlich im guten Zeitschriftenhandel oder gleich hier online   bestellen.

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