Es scheint,
als hätten Verliebte besonders offene Poren für Mallorcas Magie: Maren und
Hans-Peter jedenfalls waren gepackt. Ein ganzes Jahr lang sollten sie von
jetzt an dem Ruf der Insel folgen. Jedes Wochenende waren sie da, wenn es
nur irgend ging, und ließen sich, wie sie erzählen, in jeden Winkel, in
jede Bucht, auf jede Anhöhe ziehen. „Wir wollten die Insel einfach kennen
lernen. Wir wollten wissen, was sie noch alles für Geheimnisse für uns
hat.“ Und im Hinterkopf war auch schon die Frage: Wo könnten wir hier
eventuell wohnen?
Mallorca hat viele Geheimnisse. Eines scheint zu sein, die Insel führt
ihre Lieblinge ganz sanft an Orte, die ihnen gut tun. Für Maren und
Hans-Peter hatte sie sichtlich ihre Südspitze im Sinn. Dort, unweit von
Santanyi, lernte das deutsche Paar einen Mann von der Insel kennen. Ihm
gehörte ein uraltes Haus, ohne Strom, ohne Wasser, von Klimaanlage und
ähnlichem gar nicht zu reden. Das Haus stand leer, war riesengroß, 265
Quadratmeter, soviel Platz brauchten die beiden im Grunde gar nicht, und
trotzdem verhandelte Hans-Peter mit dem Besitzer ein ganzes Jahr lang.
Irgendwann trafen sich die Männer gar nicht mehr so sehr wegen dem Haus,
sondern weil sie merkten, dass sie gerne miteinander redeten, und
schließlich war der Kauf perfekt.
Nun besaß
man ein Haus auf Mallorca. Das Wasser kam zwar nicht aus dem Hahn, sondern
aus dem Brunnen, das Licht nicht aus der Steckdose, sondern vom Schimmer
der Kerzen, aber von so viel Romantik ließen sich Maren und Hans-Peter
gern umschmeicheln, und wenn sie auf der Terrasse saßen, enthüllte ihnen
Mallorca seine ganze Schönheit. Die Insel bot sich ihnen in unberührter
Natürlichkeit dar.
Zu danken hatten sie das einer
alten Mallorquiner Familie. Sie ließ (und lässt bis heute) hier vor der
Steilküste und sozusagen vor der Haustür des jungen Paares ein riesiges
Besitztum unbebaut. Die Possession heißt S'Aval und ihre Flora revanchiert
sich für den privaten Schutz, indem sie sich als grandioser Naturpark
präsentiert. [...]
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