Die
Geschichte des Posamentierhandwerks ist lang und hat ihren ganz eigenen
Zauber. Bereits bei den Sumerern und Ägyptern erlebte die Kunst der
Herstellung von Quasten und Troddeln ihre erste Blüte. Über Handel
treibende Phönizier nach Europa gebracht, wurde sie zunächst nur in
Klöstern ausgeführt. Doch schon im 13. Jahrhundert entstanden Zünfte und
Innungen, die diese Techniken lehrten.
Sein absolutes Hoch erlebte das Kunsthandwerk in der Barockzeit, zu dessen
Ende allein in der Stadt Augsburg 202 Meister gemeldet waren. Heute sucht
man nicht nur in Augsburg vergebens nach Posamentierexperten. Auf die
aufwändige Kunst, verspielte Borten, farbenfrohe Quasten, filigrane
Schnüre, schimmernde Raffhalter und -seile in Handarbeit herzustellen,
verstehen sich nur noch eine Handvoll Heimarbeiter und die Experten des
Münchener Unternehmens Posamenten Müller. [...]
Natürlich
kann man seinen Auftrag bequem per Post und Telefon abwickeln. Doch wer
einmal in München weilt sollte nicht versäumen, in der St.-Paul-Straße
vorbeizuschauen. Das nostalgische Ladengeschäft und die Werkstatt laden zu
einer Zeitreise ein, bei der selbst hartgesottene Realisten dem
unwiderstehlichen Charme des Einzigartigen erliegen werden.
Dass traditionelle Handwerkskunst und innovative Technik sich nicht
widersprechen müssen, beweist Inhaber Andreas Buchele mit seinen schwer
entflammbaren Quasten und Raffhaltern, die er gemeinsam mit den Experten
der Trevira GmbH entwickelt hat.
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