"Carpe diem" - nutze den Tag -
steht auf dem Findling in der Auffahrt des 8000 Quadratmeter umfassenden
Anwesens, das komplett von einem "Knick", einem für die Region typischen
Erdwall, umgehen ist, der wirkungsvoll vor den oftmals rauen Winden der
Ostsee schützt. Ein weiser Spruch, der gleich in mehrfacher Hinsicht für
die Hauseigentümer bezeichnend ist. Die Tage ihres bisherigen Lebens
hatten Huberta und Gregor von Behringer immer intensiv genutzt - zumindest
geschäftlich. Jahrein, jahraus. Für Privatleben blieb da nur wenig Zeit
übrig. Bis zu dem Zeitpunkt, als Gregor, ein Mann in den besten Jahren,
einen Herzinfarkt bekam. Jetzt
hatte er plötzlich viel Zeit, über Vergangenes nachzudenken, über den Sinn
des Lebens, über bisherige Werte, alles neu zu ordnen und eine
erstrebenswerte Zukunft zu planen.
Die von Behringers machten das, was
sich viele wünschen, es meistens dann aber doch nicht tun.
Sie verkauften ihren abgestammten Besitz in Nordrhein-Westfalen, machten
Tabula rasa mit allem Gewesenen, um im hohen Norden Deutschlands, im Land
zwischen den beiden Meeren, ein völlig neues Leben zu beginnen. Ein Leben,
bei dem die Familie und der Genuss im Mittelpunkt stehen. Nach längerer
Suche fand sich ein geeignetes Wohnobjekt im Angelitzer Land, das es wert
war, zum neuen Familiensitz der von Behringers ausgebaut zu werden: ein
prächtiger Reetdachhof, eine so genannte Halbhufe (früher ein halber Hof
mit 30 bis 40 Morgen Land), Baujahr 1766, mit entsprechendem Grundstück
darum.
Nach dem Kauf 1999, von Behringers sind die vierzehnten Besitzer seit der
Erbauung der Hauses, erfolgte zuerst eine sanfte Umbauphase. Vom
Vorbesitzer war das Reetdachanwesen einige Jahre zuvor bereits grundlegend
saniert worden, er hatte das Haus allerdings in mehrere Ferienwohnungen
aufgeteilt. Von Behringers passten die Innenaufteilung ihren Bedürfnissen
an, immer darauf bedacht, möglichst viele Details der original Angelitzer
Wohnkultur in die einzelnen Wohnbereiche zu integrieren. ... |