Variationen in Gelb
Leuchtend
goldgelbe Riesenblüten wiegen sich in majestätischer Höhe und spiegeln das
Licht der Sonne wider. Kein Wunder dass die berühmtesten Maler über
Jahrhunderte hinweg dem Charme der Sonnenblume verfielen. Auf ganz
unterschiedliche Art und Weise hielten sie die Schönheit ihrer Muse im
Bilde fest. Gustav Klimt hat sie gemalt, Egon Schiele, Fernand Léger und
Salvador Dalí. Sie war das bevorzugte Motiv von Künstlern wie Emil Nolde
und Vincent van Gogh. Insbesondere mit letzterem Künstlernamen ist die
Geschichte der Sonnenblume untrennbar verbunden.
Van Gogh begeisterte sich
derart für ihr feuriges Gelb, dass er schließlich zu Recht behaupten
konnte "die Sonnenblume gehört gewissermaßen mir".
Wir wissen nicht, was genau die großen Künstler an der auch "indianische
Goldblume" oder "Sonnenkrone" genannten Schönheit faszinierte. War es die
vielfältige Blütenpracht, der stattliche Wuchs oder gar ihr "kleines
Geheimnis", das mystisch anmutende Schauspiel der steten Hinwendung zur
Sonne? Bis zum Erreichen der Hauptblüte streckt die Sonnenblume ihren Kopf
nämlich stets ihrer Namensspenderin entgegen. Erst wenn sie ihre ganze
Pracht entfaltet hat, bleiben die Blüten endgültig gen Osten gerichtet.
Helitropismus nennt man dieses Phänomen, das man zwar mit poetischen
Worten wunderbar beschreiben, aber nicht wirklich erklären kann. ...
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