Das kleine münsterländische
Dorf Schmedehausen hat alles, was romantische Großstädterherzen begehren:
jede Menge Natur, eine Kirche, einen traditionsreichen Gasthof, einen
richtigen Tante-Emma-Laden, eine intakte Nachbarschaft und einen
engagierten Heimatverein. Auch Brigitte und Erich Everding waren
begeistert, als sie eine Radtour erstmals nach Schmedehausen verschlug.
Auf der Terrasse der Gaststätte kosteten die Dortmunder Leckereien aus
Großmutters Küche, die sie noch einige Male wiederkehren ließen. Bei einem
ihrer Besuche entdeckten sie am Ende einer schmalen Sackgasse ein
verwildertes Wiesengrundstück mit gut einem Dutzend mächtiger Eichen. Die
ruhige und doch
zentrale Lage im Dorf, aber vor allem die ehrwürdigen
Baumriesen beeindruckten das Ehepaar so stark, dass sie beschlossen, sich
um den Kauf des Grundstücks zu bemühen.
Der Zufall wollte es, dass die 2000 Quadratmeter, auf denen die Eichen
wurzelten, tatsächlich zum Kauf standen. Für die Entscheidung, was für ein
Haustyp auf dem Grundstück stehen sollte, brauchten Brigitte und Erich
Everding nicht lange. Zu den alten Eichen konnte nur ein historisches
Fachwerkhaus passen. Mit Hilfe der kundigen Fachleute des Westfälisches
Freilichtmuseums in Detmold machten sie sich auf die Suche nach einem
abgebauten Originalfachwerkhaus.
Bei einem Tischler in Rheda-Wiedenbrück wurden sie schließlich fündig. Das
herrschaftliche Vierständerhaus aus dem Jahre 1743 stammte aus einem
Örtchen nahe Rheda-Wiedenbrück, war im Zuge von Straßenausbauarbeiten
fachmännisch rückgebaut worden und wartete nun schon eine ganze Weile auf
seine zweite Chance. Beim Anblick des reich verzierten Deelenbogens und
der mächtigen Balken war es sofort um die Everdings geschehen. Trotz der
gewaltigen Ausmaße der Fachwerkkonstruktion entschieden sie sich zum Kauf.
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