Die Flammen lodern,
schlagen hoch an den Rändern der mächtigen schmiedeeisernen
Bratpfanne, die schon ungezählten Generationen ein warmes Mahl bereitet
hat. Frische Almsauerrahmbutter schmilzt gerade darin. Flink hantiert
die Köchin, gibt fein gewiegte Zwiebeln, gewürfelten Speck und die am
Morgen gesammelten Pfifferlinge hinzu. Das Erlenholz im Feuer verbrennt
knisternd, verströmt seinen angenehmen Duft, der sich verführerisch
mit dem des köstlichen Pfanneninhalts mischt.
Erlenholz entwickelt
weniger beizenden Rauch als andere Hölzer, weshalb es sich besonders
gut für das Kochen über offenem Feuer anbietet. Seine Würze verleiht
zudem den Speisen ein ganz vorzügliches Aroma. Theresia Bacher gießt
Rinderfond an - wie fast alles im Haus aus eigener Herstellung -‚ würzt
mit frisch gehackter Petersilie aus dem Gemüsegarten und einem Löffel
geschlagenem Rahm. Und fertig ist die Pfifferlingsrahmsuppe.
Kaum mehr
als fünf Minuten hat ihre Zubereitung gedauert, dank der enormen Hitze
des Feuers. Das Ergebnis: ein absolutes Suppengedicht, von dessen
lukullischem Genuss die Gäste restlos angetan sind. Bis zu zehn
Personen (nur nach vorheriger Anmeldung) bekocht die Gastgeberin in
ihrer Rauchkuchl, deren original erhaltene Feuerstelle auf den
Erbauungszeitraum des Hauses - 1486 bis 1496 - datiert werden kann. Beim
geschickten Herumhantieren mit dem schweren eisernen Kochgerät (alles
Familienerbstücke, die nur mit heißem Wasser und einem Reisigbesen
gereinigt werden, niemals mit Spülmittel) können die Gäste Theresia
Bacher über die Schulter schauen, sind einbezogen und mit dabei, wenn
sie die fünf bis sieben Gänge des Menüs unter einfachsten und ursprünglichsten
Bedingungen zubereitet.
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Dort, von
einem breiten Wohnflur abgehend, befinden sich auch die vier reizenden
Gästezimmer. Jedes ein Kleinod verträumt-romantischer Bäuerlichkeit,
eingerichtet mit feinem Mobiliar aus den guten Stuben vergangener Tage.
Die Betten sind zwar etwas kurz, aber man nächtigt prächtig darin. In
jedem der großen Zimmer sorgt ein gemütlicher Kachelofen, der zu
gegebener Jahreszeit mit Holz geheizt wird, für wohlige, gesunde
Wärme. Und wie überall im Bacher-Refugium fallen auch in den
Gästelogis die entzückenden Dekorationen ins Auge.
Wer
sich hier nicht wohl fühlt ist selber schuld. Eigentlich sind die
Zimmer für Selbstversorger bestimmt (allen Gästen steht eine voll
ausgestattete, behagliche Wohnküche mit Elektroherd [!]‚ Kühlschrank
etc. zur Verfügung), aber auf Wunsch bereitet Theresia Bacher auch ein
Frühstück zu: das Kaiserfrühstück. Es ist unmöglich zu schaffen und
so gehaltvoll, dass man bis zum Abend nichts anderes mehr essen kann.
Doch es ist ohne Zweifel ein kulinarischer Traum, ein Tischleindeckdich
für Genießer, serviert auf dem 500 Jahre alten Balkon (bei gutem
Wetter), von dem sommers ein wallendes Blumenmeer herabhängt. Wer sich
bei den Bachers niederlässt, sei es zum Essen, zum Feiern oder für ein
paar Tage Urlaub, wird ein Stück Herzlichkeit mit nach Hause nehmen,
das bewegt.
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