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COUNTRY-STYLE Heft 22

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Oktober 2002


Dass Kochkunst nicht von moderner Küchen-Hihghtech abhängt, beweist die Pinzgauerin Theresia Bacher eindrucksvoll am Herd ihrer mittelalterlichen Rauchküche. Dort bereitet sie über offenem Feuer in jahrhundertealten Pfannen Festmenüs der Extraklasse.

Über 500 Jahre ist das heute denkmalgeschützte Zuhause der Familie Bacher alt. Liebevoll eingedeckt: ein Esstisch in der urigen, vom Rauch der jahrhunderte geschwärzten Rauchküche. Auch in den Zimmern überrascht Theresia Bacher ihre Gäste mit wunderschönen und stimmungsvollen Dekorationen.
Was für ein Empfang! Mit Holunderblüten und deren erfrischenden Saft geschmückte Tafel neben dem Hauseingang. Pinzgauer Bauernromantik vermitteln die zauberhaften Zimmer mit ihrem antiken Mobiliar.

Herzliche Gastgeberin und vorzügliche Köchin: Theresia Bacher.Die Flammen lodern, schlagen hoch an den Rändern der mächtigen schmiedeeisernen Bratpfanne, die schon ungezählten Generationen ein warmes Mahl bereitet hat. Frische Almsauerrahmbutter schmilzt gerade darin. Flink hantiert die Köchin, gibt fein gewiegte Zwiebeln, gewürfelten Speck und die am Morgen gesammelten Pfifferlinge hinzu. Das Erlenholz im Feuer verbrennt knisternd, verströmt seinen angenehmen Duft, der sich verführerisch mit dem des köstlichen Pfanneninhalts mischt. Erlenholz entwickelt weniger beizenden Rauch als andere Hölzer, weshalb es sich besonders gut für das Kochen über offenem Feuer anbietet. Seine Würze verleiht zudem den Speisen ein ganz vorzügliches Aroma. Theresia Bacher gießt Rinderfond an - wie fast alles im Haus aus eigener Herstellung -‚ würzt mit frisch gehackter Petersilie aus dem Gemüsegarten und einem Löffel geschlagenem Rahm. Und fertig ist die Pfifferlingsrahmsuppe. 

Kaum mehr als fünf Minuten hat ihre Zubereitung gedauert, dank der enormen Hitze des Feuers. Das Ergebnis: ein absolutes Suppengedicht,Über offenem Erlenholzfeuer brutzeln Rehnüsschen mit Pfifferlingen und Preiselbeeren in der antiken Schmiedepfanne. von dessen lukullischem Genuss die Gäste restlos angetan sind. Bis zu zehn Personen  (nur nach vorheriger Anmeldung) bekocht die Gastgeberin in ihrer Rauchkuchl, deren original erhaltene Feuerstelle auf den Erbauungszeitraum des Hauses - 1486 bis 1496 - datiert werden kann. Beim geschickten Herumhantieren mit dem schweren eisernen Kochgerät (alles Familienerbstücke, die nur mit heißem Wasser und einem Reisigbesen gereinigt werden, niemals mit Spülmittel) können die Gäste Theresia Bacher über die Schulter schauen, sind einbezogen und mit dabei, wenn sie die fünf bis sieben Gänge des Menüs unter einfachsten und ursprünglichsten Bedingungen zubereitet. 

Dort, von einem breiten Wohnflur abgehend, befinden sich auch die vier reizenden Gästezimmer. Jedes ein Kleinod verträumt-romantischer Bäuerlichkeit, eingerichtet mit feinem Mobiliar aus den guten Stuben vergangener Tage. Die Betten sind zwar etwas kurz, aber man nächtigt prächtig darin. In jedem der großen Zimmer sorgt ein gemütlicher Kachelofen, der zu gegebener Jahreszeit mit Holz geheizt wird, für wohlige, gesunde Wärme. Und wie überall im Bacher-Refugium fallen auch in den Gästelogis die entzückenden Dekorationen ins Auge. 

"Kaiserfrüchstück" auf dem Balkon - ein unvergessliches Erlebnis.Wer sich hier nicht wohl fühlt ist selber schuld. Eigentlich sind die Zimmer für Selbstversorger bestimmt (allen Gästen steht eine voll ausgestattete, behagliche Wohnküche mit Elektroherd [!]‚ Kühlschrank etc. zur Verfügung), aber auf Wunsch bereitet Theresia Bacher auch ein Frühstück zu: das Kaiserfrühstück. Es ist unmöglich zu schaffen und so gehaltvoll, dass man bis zum Abend nichts anderes mehr essen kann. Doch es ist ohne Zweifel ein kulinarischer Traum, ein Tischleindeckdich für Genießer, serviert auf dem 500 Jahre alten Balkon (bei gutem Wetter), von dem sommers ein wallendes Blumenmeer herabhängt. Wer sich bei den Bachers niederlässt, sei es zum Essen, zum Feiern oder für ein paar Tage Urlaub, wird ein Stück Herzlichkeit mit nach Hause nehmen, das bewegt.

Die vollständige Homestory über die herzliche Gastgeberin und vorzügliche Köchin Theresia Bacher finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Country Style Magazins, erhältlich im guten Zeitschriftenhandel oder gleich hier online   bestellen.

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