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Auguste Renoir war einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts. Angeregt durch Claude Monet beschäftigte er sich seit 1864 bevorzugt mit der menschlichen Figur im Freien oder im häuslichen Interieur. Mensch und Natur als harmonische Einheit zu verstehen und mit dem sinnlichen Reiz des Lichts und der Farben wiederzugeben, charakteriesieren seine Werke. 1907 erwarb er in Cagnes-sur-Mer einen weitläufigen Hain mit hundertjährigen Olivenbäumen, auf dem er ein großes, aber schlichtes Haus errichten ließ. Die ganze Liebe und Hinwendung galt der Natur, sein "Les Collettes", sein kleiner Hügel, wurde für ihn zum Garten Eden.
Im Jahre 1907 wurde Auguste Renoir Besitzer seines Garten Eden, da war er 66 Jahre alt. Er wollte den versteckten, wilden und verwitterten Oliven-Hügel mitten in Cagnes-sur-Mer retten und bewahren. Mit Hilfe seiner Frau baute er dort auf einer Lichtung ein geräumiges, aber schlichtes Haus für seine Familie, Modelle, Bedienstete und Freunde. Doch er wollte auch die besondere Atmosphäre des Ortes so erhalten, wie er ihn das erste Mal gesehen hatte.
Für ihn war es der schönste Ort auf der Welt. "Collette" bedeutet kleiner Hügel, der hier terrassenförmig angelegt ist und damals 148 Olivenbäume beherbergte. Darauf steht ein malerisches altes Bauernhaus, dessen Mauern mit alten Weinreben bewachsen sind. Von ihm hat man einen Blick auf den gegenüberliegenden Hügel und den mittelalterlichen Ort Haut-de-Cagnes, auf dem hoch oben das Grimaldi-Schloss von Fürst Rainier von Monaco thront. Lavendelfelder in der Umgebung verströmen ihren Duft im Sommer. Ihre
Ernte kommt in die Parfümfabrik nach Grasse, die 30 Kilometer entfernt liegt.
Hundertjährige Olivenbäume mit knorrigen, knotigen Ästen und Löchern sind charakteristisch für diese Mittelmeerlandschaft, die im Sommer von der Sonne erdrückt zu werden scheint.
Die Olivenbäume waren für Renoir die schönsten, die er jemals gesehen hatte: jahrhundertealt, zwei
bis drei sollen sogar tausend Jahre alt sein. Gewitter, Trockenheit, Stürme, Frost haben sie bezwungen und ihnen ihre besondere Gestalt gegeben.
Ihre vielen Löcher lassen sie wie barbarische alte Gottheiten aussehen. Die Äste winden sich und umschlingen Motive wie sie nicht einmal der kühnste Dekorateur zu entwerfen wagt.
Renoir hat in dieser anregenden Umgebung zu sich selbst gefunden. Der Schatten eines Olivenbaums, der Garten und das alte Bauernhaus dienten ihm als Atelier.
Dahinter legten er und seine Frau einen Gemüsegarten an, vor allem ein großes Beet mit Artischocken. Sie pflanzten Obstbäume und Weinreben auf den Terrassen. Mohnblumen und Gemüse wachsen das ganze Jahr über. Der Künstler interessierte sich allerdings kaum fürs Gärtnern, das war die Domäne seiner Frau Mine. Der ländliche Charakter des Anwesens und seine Nutzung sollten erhalten bleiben. Unterhalb des Wohnhauses erstreckt sich ein Blumengarten mit vielen Rosen, den Lieblingsblumen seiner Frau. Eine Dattelpalme spendet Schatten, ihre fächerförmigen Blätter zeichnen sich
silhouetteartig gegen den blauen Himmel ab.
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