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Vor 45 Jahren erwarben Graf Othmar Gräfin Lene Thun ein ziemlich heruntergekommenes Gutshaus, das
kurz vor dem Abriß stand. Während der Renovierungs- arbeiten stießen die
Thuns beim Einbau einer Heizung auf mittelalterliche Freskenmalereien, die
sie unter großem Aufwand freilegen ließen. Hinzugezogene Experten konnten die Geschichte des historischen Anwesens bis ins Jahr 1000 n.
Ch.zurückverfolgen.
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st gehörte das von einem hohen
mittelalterlichen Schutzwall umfriedete Gutshaus zu den Besitztümern eines
angesehenen Südtiroler Burgherrn. Später wurde dann ein Weingut daraus, wie der
ebenerdige Keller mit dem mächtigen Faß
darin und ein Hunderte von Jahren alter Rebstock am Haus heute noch bezeugen.
Als Gräfin Itta Thuns Schwiegereltern das Gebäude vor
45 Jahren kauften, befand es sich in einem verwahrlosten Zustand. Erst
die Renovierung brachte hervor, was sich hinter Putz und Verschalungen wirklich
verbarg: ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Wohnkultur.
In mühevoller Arbeit wurden kulturhistorisch bedeutsame Wandfresken von zentimeterdickem Putz
befreit, schweres Deckengebälk hinter häßlichen Verschalungen wieder sichtbar
gemacht, Türen und Fenster fachmännisch restauriert und wo es nötig war Verrottetes
gegen "neue alte Elemente ausgetauscht. Das Ergebnis ist ein Wohnhaus, dessen
einzigartiges Ambiente seine Bewohner tagtäglich mit einer anderen Epoche
konfrontiert. "Es ist ein erhebendes Gefühl, in diesem Haus zu leben, es ist aber auch ein
Museum, gesteht Gräfin Itta Thun. "Man versucht das Museale mit dem alltäglichen
Leben zu verbinden. "
Für die promovierte Architektin, deren Doktorarbeit sich mit den ältesten Gehöften des Südtiroler Grödnertals befaßte, erfordert das Wohnen in
einem so alten Haus sehr viel Respekt vor der heimischen Kultur und der
Vergangenheit. Denn der Entschluß, dieses Haus zu bewohnen und ein ganz normales
Alltagsleben dort zu führen, bedeutet Einschränkungen in Kauf zu nehmen.
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