Wie bei keiner anderen Region beruht ihr Mythos auch auf literarischen Zeugnissen. Berühmte Schriftsteller - wie Hermann Löns - haben ganz wesentlich zum Ruhm dieses Landstrichs beigetragen. Weidende
Heids chnuckenherden, dunkle Wälder und Moore, Sand- und Lehmheiden sowie malerische Dörfer mit roten Backsteinhäusern prägen das Bild dieses Naturraums. Hier werden wir von einer äußerst
agilen 89jährigen Dame empfangen.
Es ist ein wunderschöner Sommertag
- die Sonne bricht sich durch die mächtigen Eichen und das Licht- und
Schattenspiel taucht den Garten in eine zauberhafte
Stimmung. Alles erinnert ein wenig an die in der Phantasie gemalte Märchenwelt; ein
altes Bauernhaus mit einem tiefgezogenen Reetdach, Fachwerk, welches von Rosen umrankt wird, und ein Brunnen, aus dem gleich der ,,Froschkönig“ springen mag. Mit leuchtenden Augen führt uns Ilse Hille durch ihren Garten, die Begeisterung für die Natur ist ihr anzusehen. Wir kommen nicht wenig ins Staunen, als wir erfahren, daß sie ihren Garten, es sind immerhin
3300 Quadratmeter, alleine pflegt. Nach einer dezenten Frage, ob es ihr nicht zu anstrengend wäre, antwortet sie lachend: "Das hält mich fit und beweglich.

Nachdem wir durch den Garten gewandelt sind, mit den Ausführungen zu Blumen, Beeten, Stauden und Rosen, nehmen wir Platz am Rosengarten mit Blick auf den Teich, der fast mit Seerosen überdeckt ist, und Ilse Hille erzählt ihre Geschichte und die des Hauses: 1963 entdeckte ihr Mann diesen verlassenen und völlig verfallenen Hof. Es war ein trauriges Bild, was sich einem bot, und es gehörte schon viel Phantasie dazu, sich einmal eine "blühende Landschaft" hier vorzustellen.
Zehn Jahre baute der Architekt Fritz Hille, immer am Wochenende, an dieser Ruine. "Für meinen Mann war der Weg das Ziel, er liebte es, handwerklich zu arbeiten und dachte gar nicht an den Einzug.
Fritz Hille war in den 50er Jahren durch die "Volksbund Deutscher
Kriegsgräberfürsorge beauftragt, Ehrenmale und Denkmäler zu erbauen. Der Purist und Vertreter eines bezahlbaren
klassizistischen Baustils fand in der Restaurierung des Hofes Inspiration, und man findet im Haus viele durchdachte und schöne Details, die die Handschrift des Architekten vermitteln.
1973 war es dann doch soweit, wenn auch erst einmal nur für Ilse Hille; ihr Mann konnte sich noch nicht recht an den Gedanken gewöhnen, hier zu wohnen. Kurze Zeit später folgte er freilich.
Beachtlich ist, mit welch einem Aufwand und mit welch einem Respekt dieses Anwesen restauriert wurde. So behielt man die Strukturen des Hauses bei und hauchte ihm behutsam
modernes Leben ein.
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