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Das Périgord ist nach Farben eingeteilt. Es gibt das grüne Périgord im Norden, das schwarze im Süden und dazwischen das weiße und das Purpur-Périgord. Überall in dieser bezaubernden südfranzösischen Kulturlandschaft ist der Genuß zu Hause, blüht die Handwerkskunst, treten Natur, Dörfer und Städte als sehenswerte Denkmäler auf. Wir gingen auf Entdeckungsfahrt und erlebten ein Land voller Charme und Ursprünglichkeit.

Das Périgord gilt als die Küche Frankreichs. Kein Wunder, bei den Delikatessen, die das Land hervorbringt. Eine seiner ersten kulinarischen Berühmtheiten ist natürlich die schwarze Trüffel, Tuber Melanosporum. Es gibt nicht viele Gaumengenüsse, die sich durch die Zeiten einen solchen Zauber erworben und bewahrt haben wie der "schwarze Diamant“. Vom römischen ConsIul Lukull (er machte sich weniger durch seine Staatskunst als durch seine Kompetenz als Gourmet einen Namen) sind bereits Rezepte für Trüffelgerichte überliefert. Der schwarze Erdpilz hatte einen Auftritt beim Abschlußdiner des Wiener Kongresses (sicher nicht ohne den Einfluß des genialen französischen Außenministers Talleyrand, der aus dem Périgord stammte). Die Trüffel sind jahrhundertelang im Ruf, als Aphrodisiakum zu wirken, und wenn die liebesstärkende Kraft dem analytischen Blick der modernen Wissenschaft auch nicht standhielt, so feiert die aromatische KnoIle gleichwohl ungebrochen ihre Triumphe als Elixier der feinen Küche. 

Für Henri Dessolas sind Sorges und seine Umgebung das périgordinische Trüffelzentrum schlechthin. In der verträumten Ortschaft an der N 21, der Hauptverkehrsverbindung zwischen Limoges und Périgeux, Trüffelsucher und sein Star, der Foxterrier Kiki findet jedes Jahr im Januar also zur Hochsaison der Wintertrüffel, der berühmte Trüffelmarkt mit Versteigerung statt. Es gibt ein Trüffelmuseum, und dort können wißbegierige Besucher auch das Buch von Henri Dessolas kaufen. Es heißt "Une Vie á Fleur du Terre“, und ist eine ausgesprochene Trüffelbibel. Wer sie liest erfährt alles, was es über den Tuber Melanosporum zu wissen gibt. Wer die Zeit nicht hat und die lnformationen im Schnelldurchgang braucht, ist bei Dominique Delage in den richtigen Händen. Sie ist die Direktorin des Museums, und ihre Dokumentation beleuchtet alle Hintergründe der Trüffelexistenz mit Texten und Bildtafeln, Fotographien und Exponaten, vom Wachstum der schwarzen Knolle (sie bildet sich ca. 30 cm tief im Waldboden an den Wurzeln ausgewählter Wirtspflanzen) bis zur heutigen Methode, die Trüffel zu suchen. Schon vor zwei Jahrzehnten hat man nämlich aufgehört, der Trüffel mit dem legendären Trüffelschwein auf die Spur zu kommen. Die Tiere sind bedauerlicherweise wahre Feinschmecker und fressen den Pilz, dessen Duft berauschend durch die Erde dringt, am liebsten selbst. So mußten sie ihren Job an die Hunde abgeben. 
Wie sehr das Wissen von Henri Dessolas aus der Fachpraxis kommt, erlebt jeder, der das Glück hat, mit ihm persönlich auf Trüffelsuche zu gehen. Star der Landpartie ist dabei Kiki, Henris kleiner Foxterrier. Für ihn ist die Jagd nach dem Pilz sichtlich ein Spiel. Während M. Dessolas das intakte Ökosystem des Eichenwäldchens erklärt (Eichen sind die bevorzugten Wirtspflanzen der Périgordtrüffel ), hat Kiki bereits einen reifen "Bories" Tuber erschnuppert, kassiert Lob und einen Hundekeks als Belohnung, dann schafft Henri den schwarzen Diamanten vorsichtig mit dem Messer zu Tage. En passent zeigen die Eichenwälder von Sorges dem Trüffelsucher interessante historische Sehenswürdigkeiten, die "Bories", kuppelförmige Hütten aus Feldstein, die vor dreihundert Jahren den Landarbeitern als Wohnstatt dienten.


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