
Die Tür ist offen. Und wer die
zentnerschwere Pforte aufstemmt, findet sich in der neugotischen Eingangshalle wieder. Wie
in einem Kirchenschiff stützt hier ein Wald von Säulen ein filigran bemaltes
Deckengewölbe. Ornamente verzieren die Grate der Bögen und werfen symmetrische Muster in
die Decke. Graphisch wirkt auch der Marmorfußboden, der mit seinen streng linearen
Einlegearbeiten die geschwungenen Linien der Decke komplementiert. Jeder Schritt auf dem
Stein hallt durch den Saal, aber Viktoria von dem Bussche plaudert ganz gelassen weiter,
so daß erst gar keine sakrale Stille aufkommt.
Der Boden, der so aussieht, als würde er hier seit der Renaissance liegen, muß in
regelmäßigen Abständen erneuert werden, weil das Schloß auf einem Sumpf gebiet steht.
Der Weg über die sogenannte Rote Treppe führt vorbei an den
"Aufschwörungstafeln". Die dienten früher als Nachweis für 16 adelige
Vorfahren, neben dem Besitz eines Schlosses eine Voraussetzung für die Aufnahme in die
Ritterschaft. Diesen Nachweis mußten zwei "ehrenwerte Zeugen" beschwören,
daher der Name.

Ippenburger Schloß- und
Gartenfestival
17. - 20. Juni 1999
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