


Schloß Ippenburg am nördlichen Rand des Wiehengebirges, in der Nähe von
Bad Essen, ist allein schon wegen seiner neugotischen Architektur eine
Sehenswürdigkeit. Rund um den Familiensitz schuf die junge Freifrau
Viktoria von dem Bussche, passionierte Gärtnerin, eine Grünlandschaft voller Romantik,
Verträumtheit und Harmonie. Beim Ippenburger Schloß- und Gartenfestival präsentieren
sich hier die schönsten Gartenstile der Welt.
Ein Schloß bedeutet in erster Linie Arbeit, genauso wie der Garten", korrigiert
Viktoria von dem Bussche, legt die Rosenschere zur Seite und streift die Hände an der
Jeans ab. Eigentlich stellt man sich eine Freifrau, die auf einem Schloß mit 100 Zimmern
residiert, auch irgendwie anders vor als in Gummistiefeln und T-Shirt.
Der Weg vom Garten zum Schloß führt über Wiesen,
vorbei an Gewächshäusern, in denen undefinierbare Pflanzen ihre Triebe an den Scheiben
in die Höhe schieben, an blühenden Büschen und Wiesen. Englische Deck Chairs bilden
eine Sitzgruppe neben dem angelegten Badeteich. In den Burggraben mit den Enten lassen
Trauerweiden ihre langen Äste hängen. Über das Wasser führt eine Holzbrücke, die
leicht schwankt, wenn man darauf geht.

Erst spät erkennt man hinter den hohen Kastanien und dem Wilden
Wein die mächtigen Mauern des Schlosses, auf denen sich Türmchen, spitze Giebel und
Gauben drängeln. Wie groß die ganze Anlage ist ahnt man erst, wenn man davor steht,
obwohl die beiden rückseitigen Flügel vom Haupteingang noch gar nicht zu sehen sind.
Fortsetzung
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